Zukunft Standort Wattwil

Das Spital Wattwil wird spätestens Ende März 2022 geschlossen, da aufgrund der hohen Personalfluktuation eine gute und sichere Patientenversorgung nicht mehr für längere Zeit aufrecht erhalten werden kann. Ursprünglich war im Zuge der Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitäler geplant, das Spital Wattwil 2023/2024 in ein Gesundheits-, Notfall- und Pflegezentrum (GNP) umzuwandeln. Die Firma Solviva AG hätte dafür das Gebäude übernommen, fertiggestellt und ihrerseits Pflegeplätze im Bereich der Spezialpflege angeboten. Das Notfallzentrum wäre durch die SRFT in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geführt worden, diverse ambulante Angebote durch die SRFT aber auch Selbständige sowie die Alkoholkurzzeittherapie PSA hätten das Angebot ergänzt.

Personalmangel weiter verschärft

Am 20. Juli 2021 hat die Regierung nun bekannt gegeben, dass der Kanton und Solviva das Projekt aufgrund fehlender politischer Unterstützung der Standortgemeinde nicht weiterverfolgen. Das Scheitern des geplanten GNP wird den seit längerem bestehenden, teils bereits akuten Personalmangel noch weiter verschärfen, zumal eine konkrete Nachfolgelösung nicht absehbar ist. Unter diesen Voraussetzungen können die Qualität des medizinischen Angebots und die Patientensicherheit in naher Zukunft nicht mehr ausreichend gewährleistet werden. Daher hat der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde entschieden, das Spital vorzeitig zu schliessen. Damit kann eine drohende völlig unkontrollierbare Situation vermieden werden. 

Etappierte Schliessung

 Bereits Mitte September wird der Betrieb der Intermediate Care-Abteilung IMC (Überwachungsbetten) mangels genügender Anzahl Fachpersonen eingestellt. Mitte Dezember wird eine der beiden Bettenstationen geschlossen. Der restliche Betrieb inkl. Notfallbetrieb ist bis zum Zeitpunkt der Schliessung sichergestellt. Sollte sich die Personalsituation noch schneller verschlechtern, bleibt eine frühere Schliessung vorbehalten.

Kein Angebot mehr ab April 2022

Spätestens ab April 2022 werden im Spital Wattwil keine medizinischen Leistungen mehr angeboten. Um die Akutgeriatrie aufzunehmen und insgesamt mehr Patientinnen und Patienten behandeln zu können,  werden in Wil in der bestehenden Infrastruktur kurzfristig 15 zusätzliche Betten geschaffen. Ebenso wird die Notfallinfrastruktur erweitert. Damit kann eine gute medizinische Versorgung sichergestellt werden. Zudem wird geprüft, ob die Alkoholkurzzeittherapie (PSA) neu am Spital Linth angeboten werden kann. Der Kanton wird die niedergelassene Ärzteschaft bei der Suche nach einer neuen Lösung für die Notfallversorgung unterstützen. Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) als bisherige Betreiberin des Spitals Wattwil ist ihrerseits bereit, bei der Erarbeitung einer Nachfolgelösung der Gemeinde Wattwil mitzuwirken und ein subsidiäres Angebot an ausgewählten Leistungen zu prüfen.